Pfarrer Karsten Schaller wechselt in die Landeskirche für Kasualienarbeit, Irene Geiger-Schaller wird geschäftsführende Pfarrerin auf einer ganzen Stelle in Oberhaching

Liebe Leserin, lieber Leser,
mit dem 1. Advent beginnt das neue Kirchenjahr, in dem es jetzt aber auch bei uns bald eine berufliche Neuerung geben wird. Solche Veränderungen und neue Konstellationen gehören ja zum Leben von Kirchengemeinden dazu und damit auch zur Berufsbiographie von Pfarrerinnen und Pfarrern. Bei uns heißt das, dass die Landeskirche mich jetzt auf eine neu geschaffene Stelle für Kasualarbeit berufen hat, während meine Frau Irene als geschäftsführende Pfarrerin die Kirchengemeinde Oberhaching auf einer ganzen Stelle übernehmen wird.
Zurzeit bin ich ja auf einer Dreiviertel-Stelle hier in Oberhaching tätig und meine Frau mit einer Viertel Stelle hier und einer halben Stelle in der Lätarekirche in Neuperlach. Dieser Spagat ist gar nicht so einfach und es ist auch immer die Frage: Wo fängt so eine Dreiviertel-Stelle an und wo hört sie auf?
Nun hat die Landeskirche zwei neue Projektstellen in Nürnberg und München eingerichtet, die in besonderer Weise die sog. Kasualien in den Blick nehmen sollen, die für mich schon immer ein Herzensanliegen gewesen sind. Dazu gehören alle gottesdienstlichen Feiern zu einem bestimmten „Fall“ („Kasus“), wie Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen usw. Hier erleben wir in den Kirchengemeinden zum einen ein großes Bedürfnis, in solchen „Übergangsmomenten“ des Lebens spirituell begleitet zu werden. Gleichzeitig machen wir die Erfahrung, dass wir viele Menschen, gerade in der Großstadt, gar nicht mehr erreichen und stärker auf geänderte Bedürfnisse reagieren müssen. Mit diesen „Fachstellen für Lebensbegleitung“ geht es daher um neuen Möglichkeiten, als Kirche mit den Menschen und ihren Bedürfnissen und unseren Angeboten in Kontakt zu kommen. Auf der anderen Seite ist das ein Dienst für die Kirchengemeinden, sie mit der Vernetzung von (neuen) Ideen, einer Weiterentwicklung der Kasualien oder allein durch Überlegungen zur Vertretung in Urlaubszeiten zu unterstützen. Dazu gehört nicht zuletzt die kirchliche Präsenz auf Hochzeitsmessen, die Kontakte zu Bestattern oder die Möglichkeit einer niederschwelligen Kontaktaufnahme für Interessierte.
Ich freue mich sehr über diese Berufung auf diese Stelle, in der es darum geht, ganz nah an den Menschen Neues zu entwickeln, unseren Glauben im Alltag zu (er-)leben.
Da wir aber nach wie vor so gerne in Oberhaching sind, freuen wir uns auch ganz besonders, dass der Kirchenvorstand meiner Frau Irene die ganze Pfarrstelle Oberhaching übertragen hat.
Ab 1. Februar 2020 wird diese neue Stelle für mich beginnen und im Gottesdienst am 9. Februar 2020 werden wir die Stabübergabe durchführen, d.h. dass ich dann nur noch sporadisch und sozusagen ehrenamtlich in unserer Kirchengemeinde tätig sein werde – in welchen Bereichen, wird sich noch zeigen. Außerdem bleibe ich auch ein besonderer Ansprechpartner für Yusuph Mbago, unseren Pfarrer aus Tansania.
In jedem Fall kann auf diese Weise Vieles, was in den vergangenen Jahren gewachsen ist, auch weitergehen und gleichzeitig neue Impulse bekommen. Und das ist auch für uns schön, weil wir uns hier in dieser Kirchengemeinde einfach auch sehr wohl fühlen und sehr gerne hier sind – und das dürfen wir jetzt eben auch weiterhin!
Karsten Schaller

Fachstelle Lebensbegleitung für den Dekanatsbezirk München
Kasualien sind ein wichtiger Bestandteil kirchlicher Seelsorge und Lebensbegleitung. Durch sich wandelnde soziale Strukturen und persönliche Bedürfnisse von Menschen sind sie zu einer besonderen Herausforderung geworden. Deshalb hat die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB) beschlossen, die Kasualarbeit zu stärken und in Nürnberg und München Fachstellen für die Lebensbegleitung einzurichten.
Aufgabenschwerpunkt der neuen Stellen sind unter anderem:
* Entwicklung neuer Formen der Kontaktaufnahme für Taufe, Trauung und Bestattung,
* Vermittlung zwischen den Wünschen der Menschen und den Möglichkeiten der Kirchengemeinden,
* Beratung bei Fragen zu Kasualien sowie punktuelle Durchführung von besonderen Kasualien.
Dazu ist eine enge Kooperation mit den Kirchengemeinden und Einrichtungen vor Ort wichtig. Für den Kirchenkreis München und Oberbayern wird auch im Evangelisch-Lutherischen Dekanatsbezirk München eine neue Stelle eingerichtet. Darüber hinaus wird eine halbe Stelle der Kircheneintrittsstelle künftig inhaltlich zur Fachstelle Lebensbegleitung gehören. Im Februar 2020 soll die Stelle errichtet werden.