Grüß Gott...

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Brief zum Sonntag
28.6.2020

Liebe Gemeinde!

Der Predigttext für diesen 3. Sonntag nach Trinitatis steht beim Propheten Micha und bringt eine wundervolle Botschaft:
Wo ist solch ein Gott, wie du bist, der die Sünde vergibt und erlässt die Schuld denen, die geblieben sind als Rest seines Erbteils; der an seinem Zorn nicht ewig festhält, denn er hat Gefallen an Gnade! Er wird sich unser wieder erbarmen, unsere Schuld unter die Füße treten und alle unsere Sünden in die Tiefen des Meeres werfen.
Das ist für mich das ganz Besondere unseres Glaubens: Gott kennt uns Menschen gut genug; Gott weiß, dass wir immer wieder Dinge falsch machen, dass wir immer wieder aneinander in irgendeiner Form schuldig werden; Gott weiß auch, dass wir immer wieder in der Gefahr sind, uns von Gott zu entfernen – aber Gott gibt uns immer wieder auch die Möglichkeit zurückzukommen.
Gott ist kein rächender Richter, der die Schuld von uns Menschen aufzählt und uns vorrechnet – und dann danach bestraft. Gott kommt uns immer wieder entgegen und gibt uns die Möglichkeit, wieder neu anzufangen.
Wenn wir Menschen es schaffen würden, auch auf diese Weise miteinander umzugehen, dann wäre vieles in dieser Welt einfacher. Jeder und jede von uns wird einmal schuldig. Jeder und jede von uns macht Fehler. Jedem und jeder von uns kann es passieren, dass wir andere verletzen.Dann ist es wichtig, die eigene Schuld zu erkennen und auf den oder die andere zuzugehen. Das ist das Einzige, was hilft – i der Hoffnung, dass die andere mir vergeben kann, mich frei spricht.
Dieser Freispruch zwischen uns Menschen – das ist etwas Wundervolles, das wir einander geben können.
Was nützt es mir, wenn ich einer annderen Person ewig lang ihre Schuld nachtrage? Wenn ich immer und immer wieder stichele, darauf zurückkomme? Was habe ich davon? Und was bedeutet es wieder um für den anderen, wenn er nie aus der Schuld frei kommt?
Wir wissen das doch alle. Und wir kennen doch alle beide Seiten.
Gott spricht uns frei – wenn wir uns Gott öffnen. So können wir das auch gegenseitig tun. Denn wenn ich selbst darauf vertrauen kann, dass ich von Gott geliebt bin, weiß ich das auch von den anderen.
Ich würde mich freuen, Sie und Euch morgen an unserem Gemeindefest to go irgendwo zu begegnen!
Ich wünsche Ihnen von Herzen Gottes Segen!
Ihre Pfarrerin Irene Geiger-Schaller